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Track 2: Hochschule neu denken

eLearning 2.0 an deutschen Universitäten
Bernd Kleimann
Hat E-Learning 2.0 bereits in den deutschen Hochschulen Einzug gehalten, oder stellt nach wie vor E-Learning 1.1 das dominierende Paradigma mediengestützten Lehrens und Lernens dar? Auf der Basis einer Klärung dieser beiden Begriffe von E-Learning beantwortet der vorliegende Beitrag die Frage so: E-Learning 2.0 hat die deutsche Hochschullandschaft zwar inzwischen erreicht, ist aber bis dato nicht mehr als ein Nischen-Phänomen - freilich eines, das immer größere Bedeutung erlangt. Dagegen sind "traditionelle" Formen mediengestützten Unterrichts (E-Learning 1.1) aus der akademischen Welt heute nicht mehr wegzudenken, auch wenn sie - in Bezug auf ihre Anteile am Gesamtlehrangebot - meist noch nicht tief in den Regelbetrieb der Lehre eingedrungen sind. 1 Die Bezeichnung wurde vermutlich von Stephen Downes im Oktober 2005 geprägt. Vgl. Robes, 2006.

Vom Professionsnetzwerk zur nationalen eLearning-Strategie - der Verein "fnm-austria" und die eLearning-Interessensgemeinschaft österreichischer Hochschulen
Charlotte Zwiauer, Doris Carstensen, Nikolaus Forgó, Roland Mittermeir, Petra Oberhuemer, Jutta Pauschenwein
Der Beitrag beschreibt das nationale eLearning-Netzwerk der österreichischen Hochschulen fnm-austria. Dieses hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 in einem Bottom-up-Ansatz soweit konsolidiert, dass es seinen AkteurInnen (in erster Linie Lehrende aus dem tertiären Bereich) gelungen ist, im Netzwerk ein Fundament für eine nationale eLearning-Strategie zu legen. In einem breit angelegten Konsortialprojekt wurden die Themenbereiche Qualitätssicherung, Rechtsfragen, eLearning und Karriere sowie Contententwicklung (inkl. nationaler Content Policy) kooperativ bearbeitet. Die Bearbeitung von Querschnittsbereichen hat das Ziel, die strategisch ausgerichtete eLearning-Implementierung an den einzelnen Hochschulen nachhaltig zu fördern.

Misssing Links - Online-Lernumgebungen gegen didaktische Lücken der Hochschulreform
Ulrike Wilkens
Dieser Beitrag beschreibt Entwicklung und Einsatz modulintegrierter Online-Lernszenarien mit Mentoring für Bachelor-Studiengänge an der Hochschule Bremen. Der Titel "Misssing Links" konstatiert das Vorhandensein didaktischer Lücken infolge der Bologna-Strukturreform und der bisher realisierten eLearning-Entwicklung an Hochschulen: fehlende Verbindungen zwischen Präsenzstudium und selbstorganisiertem Lernen, Missverhältnisse zwischen möglicher und tatsächlicher Nutzung digitaler Infrastrukturen, geringer Transfer vorhandener didaktischer Modelle in die eigene Lehrpraxis und geringe Übereinstimmung von institutionalisierten Schulungsangeboten mit individuellem Kompetenzerwerbsbedarf. Diese Aspekte waren vor und während des Sommersemesters 2007 Gegenstand eines Vorhabens, in dem exemplarische Schlusssteine erarbeitet wurden, die sich qualitätsverbessernd in Lehr- und Lernprozesse an der Hochschule integrieren lassen, Kriterien der Alltagstauglichkeit erfüllen und die didaktische Phantasie von Kolleginnen und Kollegen anregen sollen.

Risikomanagement für E-Assessment
Cornelia Ruedel, Mandy Schiefner, Caspar Noetzli, Eva Seiler Schiedt
Die universitätsweite Einführung von E-Assessment bzw. E-Prüfungen ist eine Herausforderung, die neben vielfältigen Vorteilen auch Risiken und einen organisatorischen Aufwand mit sich bringt. Während die Vorteile von E-Assessment - wie Zeitersparnis, reduzierter Personaleinsatz beim Korrigieren, Standardisierung und einheitliche Auswertung - weitgehend dokumentiert sind, so ist hingegen über den organisatorischen Aufwand und die damit entstehenden Risiken noch keine Literatur verfügbar. Der vorliegende Beitrag entwickelt ein Arbeitsmodell zur Einführung von E-Assessment unter Berücksichtigung aller universitären Stakeholder (Anspruchsgruppen). Problemfelder werden identifiziert, Risiken klassifiziert und Wahrscheinlichkeiten kalkuliert. Weiterhin werden Möglichkeiten zur Risiko-Minimierung mittels einem detailliertem Massnahmenkatalog aufgezeigt.

Die Beziehung zwischen sozialer Präsenz und Privatsphäre in Lernplattformen
Elisabeth Katzlinger
Für die Unterstützung von Lernprozessen werden Lernplattformen wie Moodle oder Blackboard verstärkt eingesetzt. Für den Kommunikations- und Lernprozess ist es von Bedeutung, dass die Beteiligten (Lehrende und Lernende) auch im virtuellen Raum sozial wahrnehmbar sind. Für diesen Zweck werden in den Lernplattformen die Zugangsdaten und die Daten über die einzelnen Aktivitäten gespeichert und ausgewertet. Dabei kann die Privatsphäre und der Schutz der personenbezogenen Daten verletzt werden. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswertungsmöglichkeiten von Benutzerdaten in Lernplattformen und den sich daraus ergebenden Problembereichen.

Implementation eines innovativen online Lehrevaluationssystems im medizinischen Curriculum
Marc Gumpinger
Der vorliegende Artikel zeigt die wichtigsten, aus einer Umfrage unter den medizinischen Fakultäten in Deutschland hergeleiteten Anforderungen an ein in der Lehrevaluation zunehmend an Bedeutung gewinnendes online Lehrevaluationssystem. Eine Operationalisierung dieser Anforderungen wird anhand eines neu entwickelten und an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians Universität München im Sommersemester 2006 erstmals eingesetzten Systems dargestellt. Schließlich werden globale Effekte der dabei entstehenden, neuen Möglichkeiten auf die Weiterentwicklung der Lehrevaluation skizziert. Die Darstellung erfolgt im Rahmendes medizinischen Curriculums. Da dies strukturell zu den komplexesten zählt, lassen sich die Erkenntnisse auch auf andere Curricula übertragen.

Eine Großuniversität als Ort der (multi)medialen Wissensproduktion Lehrender und Studierender
Charlotte Zwiauer, Arthur Mettinger
Im vorliegenden Beitrag wird das Beispiel einer Großuniversität mit der Einheit von Forschung und Lehre als ausgewiesenem Qualitätsziel gezeigt. In der Umsetzung dieses Qualitätsziels etabliert sich an den Fakultäten zunehmend eine medialisierte Wissensproduktion von Lehrenden und Studierenden. Damit die Studierenden in der Rolle als aktive WissensproduzentInnen systematisch gefördert und ein spezifisches Qualifikationsprofil aufbauen können, bedarf es eines differenzierten Ansatzes der Einbindung der fakultären AkteurInnen: Zum einen gilt es an den Fakultäten kontinuierliche Qualitätsentwicklungsprozesse für eLearning-gestützte Studienprogramme, zum andern die Gestaltung nachhaltiger medialisierter Wissensprozesse zu stärken. Die Herausforderung besteht darin, mit den fakultären AkteurInnen in Hinblick darauf gezielt Qualitätswissen aufzubauen und als Zielperspektive ein spezifisches AbsolventInnenprofil im Blick zu behalten.

Experimentierfreudige computergestützte Kollaboration:
Didaktische Innovation durch Involvierung der Lehrenden

Taiga Brahm, Jasmina Hasanbegovic, Pierre Dillenbourg
Die nachhaltige Implementation didaktischer Innovationen hängt neben dem tatsächlichen Mehrwert der technologiebasierten Lernumgebung auch davon ab, inwiefern Hochschuldozierende die Innovation einsetzen können und von dieser überzeugt sind. Der vorliegende Beitrag zeigt, wie durch kollaborative Skripte Gruppenarbeiten effektiver gestaltet werden können, wobei gleichzeitig die Bedürfnisse der Lehrpersonen durch ein immanentes didaktisches Design und eine einfache Bedienbarkeit der Skripte berücksichtigt werden. Kollaborationsskripte geben dabei bestimmte Lernaufgaben, Rollen oder Interaktionen vor und ermöglichen somit die Förderung des Lernens in Gruppen. Das Skript ConceptGrid zeichnet sich dadurch aus, dass komplexe Inhalte in einer sehr strukturierten Lernumgebung erarbeitet werden können und durch die vorgegebene Struktur umfassende Wissenskonstruktionen angeregt werden. Bei ice steht der Prozess des Feedback Gebens im Mittelpunkt und wird durch die Struktur der Gruppenarbeit besonders gefördert.

Continuous learning approach towards the professional development school in practice
Loreta Vaicaityte, Sjoerd De Vries, Mart Haitjema
The paper aims to design a developmental model which could evaluate and support the reform in the Netherlands, called professional development school (PDS). PDS refers to collaboration between school and educational institution wherein the professional development of teachers is supported by specific conditions (Holmes Group, 1990 in Bergen, 2006). The higher education reform aims at better quality of education for primary school teachers. Two higher education institutions and five primary schools participate in this project. Document analysis, literature study and semi-structured interviews were carried out in order to design the model of PDS. There were 12 participants in the interview, namely, representatives from educational institutions, primary school coaches, primary school directors, students and PDS project leaders. There were 5 developmental models designed representing 4 significant perspectives in PDS. The results of the research indicate that the most helpful model to capture the development of PDS is learning organisation model based on the comprehensive learning organisation theory (Watkins & Marsick, 1993; Watkins et al., 2004). However, the design and application of the developmental learning organisation model is a challenging and creative task. Thus, the paper describes the concept of PDS and its application in practice simultaneously presenting different perspectives and models how to capture the development of PDS. Finally, it concludes with the discussion.

Herausforderung OER (Open Educational Resources)
Sabine Zauchner, Peter Baumgartner
Anforderungen an OER (Open Educational Resources) Projekte stellen, vor allem im Hinblick darauf, das ihnen immanente Potential didaktischer Innovationskraft zu nützen, hohe Ansprüche an Konzeption und Implementierung. Vor dem Hintergrund eines Verständnisses von OER, an dessen Ausgangspunkt didaktische Überlegungen stehen, werden als wesentliche Herausforderungen für OER Projekte 1) Zieldefinition und Zielgruppengenauigkeit, 2) Geschäftsmodell, 3) didaktische Integration, 4) technische Voraussetzungen, 5) Nutzungsrechte und 6) Qualitätssicherung identifiziert und in deren Bedeutung für eine nachhaltige Verankerung diskutiert.

OER - Deutschlands Hochschulen im internationalen Vergleich weit abgeschlagen? (entfällt!)
Lutz Goertz, Anja Johanning

Volitional-supported learning with Open Educational Resources
Markus Deimann
User-centred web applications such as Wikis or Weblogs are becoming increasingly popular. In contrast to the early Internet, these applications especially focus on the participation of people, on the creation, sharing and modifying of content and on an easy access. Based on this, they are assumed to contribute to selfregulated and life-long learning which is on the agenda of most industrialized countries throughout Europe. However, as shown in the recently published road mapping work of the Open E-Learning Content Observatory Services (OLCOS) project, comprehensive frameworks for learning processes that make use of Open Educational Resources (OER) are missing. In particular it remains unclear how OER can actually contribute to forms of self-regulated learning since this requires a great deal of volitional competence, i.e. the ability to deal with distractions and fluctuations of motivation or emotion which is therefore regarded as a crucial factor (Deimann & Keller, 2006). In this regard, the Volitional Design Model (Deimann, 2007) provides a useful instrument to unfold the potentials of OER by (1) targeting key aspects of the learner's behaviour in the learning process, and (2) suggesting powerful strategies to tackle decreased motivation. An exemplified volitional design approach using OER will be discussed.


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